Mittwoch, 6. April 2016

Kunst der Nachbarn

Wirkt sich der irritierend nationalkonservative Kurs der PiS Regierung auf die zeitgenössische polnische Kunstszene negativ aus? Wir hoffen das nicht! Besonders zwischen den Städten Breslau und Görlitz, die sich gegenseitig bei ihrer Bewerbung zur europäischen Kulturhauptstadt unterstützt haben, sind im Laufe der Jahre Freundschaften auf politischer und privater Ebene entstanden. 

Einigen prominenten Protagonisten konnte man diesertage in Görlitz begegnen, wo gleich mehrere großartige Ausstellungen von polnischen Künstlern eröffnet wurden. Wir freuen uns sehr über diese kulturelle Belebung und den Austausch.

Ausführlicher Kontext: goerlitzer-art.eu

Nicht auf allen Veranstaltungen habe ich Fotos gemacht und so möchte ich heute nur kurz über die Vernissage der Ausstellung 'Französischer Garten' von Tomasz Domański berichten. Es geht dabei um ein Land-Art-Projekt, das noch seiner Umsetzung harrt und vorläufig lediglich als Maquette in der Galerie Brüderstraße zu besichtigen ist.
Zufällig kennen wir den Ort, für den es entworfen wurde - das alte Schloss Uhyst.

Bildquelle: Wikipedia 

Auf der einen Seite des historischen Gebäudes kann man noch die Reste einer ehemals prächtigen Parkanlage erahnen, die übrigens auch schon künstlerisch bespielt worden war, als wir dort vor zwei Jahren einen Spaziergang machten: 2014_03_01_archive.html#uhyst

Auch auf der anderen Seite des Schlosses ist die romantische Perspektive längst passé. Zwar wird die Blickachse noch von alten Bäumen gerahmt, aber den Horizont markiert ein Braunkohlekraftwerk. Der Kontrast ist wirklich krass! Tomasz Domański möchte an dieser Stelle mit seinen postmodernen Objekten ein visuelles Bindeglied schaffen, indem er klassische formale Motive einer Gartenarchitektur aufgreift.




Wie wir einer Randbemerkung im Begleitheft zur Ausstellung entnehmen, hat der Künstler in einem Dorf unweit von Breslau einen Garten mit Elementen eines japanischen Gartens angelegt und arbeitet an einem Skulpturenpark. Da bietet sich eine kleine Exkursion geradezu an, denn wir lieben ja japanische Gärten, wie die Leser meiner Internetseiten wissen.

Fotos: Johannes LeBong