Freitag, 22. Januar 2016

Musikalische Schätze mit Erinnerungswert

Als ich gestern im Blog etwas über eine ältere Generation von Pionieren im Bereich der Neuen Musik schrieb, kam mir Prof. Hiroaki Minami in den Sinn, der inzwischen auch schon über Achtzig ist. Er hat die Japanische Gesellschaft für Elektronische Musik gegründet und war Lehrer an der Staatlichen Hochschule für Musik und Kunst in Tokio, ist aber in Europa kaum bekannt. Minami benutzte anfangs Tonbandgeräte und selbst gebaute analoge Synthesizer für seine Kompositionen, schuf sehr frühe, wunderschöne Computermusik, komponierte aber auch Stücke in klassischem Stil. Meine Frau und ich fühlen uns mit ihm und seiner Musik besonders verbunden, seit wir ihn einmal privat auf seiner einsamen Insel im japanischen Meer besuchen durften. Siehe meinen Reisebericht von 2010: lebong.de/notizen/japan2010-3.htm

Irgendwann später hat mir ein Audiofreund und Blogleser aus Italien diese CD mit dem Titel 'Obscure Tape Music of Japan Vol. 10' zukommen lassen - meine Dankbarkeit ist immer noch groß. Die CD gehört zu meinen musikalischen Schätzen. Es ist eine Aufzeichnung der 'Electronic Symphony No. 1' von Hiroaki Minami. Im CD-Booklet sieht man Hiroaki-San in jungen Jahren inmitten von heute antiquiert wirkenden Gerätschaften. Auf dem Foto erkenne ich im Hintergrund japanische Studio-Bandmaschinen von TEAC und TASCAM, wie ich sie damals als jugendlicher Hifi-Fan auch gern gehabt hätte.


Fotos: Johannes LeBong