Sonntag, 10. Januar 2016

Interessantes - diesertage



Spannend fand ich besonders den gestrigen Vortrag von Scott Perkins über Olivier Messiaens Verhältnis zu Amerika, womit er sich am Rahmen-programm des MEETINGPOINT MUSIC MESSIAEN zum Konzert im Januar beteiligte. Man muss dazu folgendes wissen: Nur fünf Jahre nach der Uraufführung des „Quartetts auf das Ende der Zeit“ vollendete Messiaen seine opulente Turangalila-Sinfonie, die viele ästhetische Einflüsse der US amerikanischen Musik aufnahm, wie sie in den populären Musicals jener Zeit typisch waren.

Ich bin übrigens immer wieder angetan von der besonderen Fähigkeit vieler US-Akademiker, didaktisch ganz hervorragende und gleichzeitig mitreißend unterhaltsame Lectures abzuliefern. Mir hilft die anschauliche Vorlesung von Scott Perkins mich noch mehr mit der großartigen Musik von Olivier Messiaen anzufreunden. In Utah wurde sogar ein Berg nach ihm benannt, der Mount Messiaen.

Der Musiker und Dozent Scott Perkins ist im Rahmen seiner Professur an der DePauw University Indiana mit einer Gruppe von 20 angehenden Musikwissenschaftlern in Europa unterwegs - mit dem Thema “Messiaens Quartett auf das Ende der Zeit”. Die Gruppe wird auch beim Konzert nächsten Freitag dabei sein.



Am Donnerstag wurden gut 30 Gäste von der Kunstakademie Wroclaw in der Galerie Brüderstraße willkommen geheißen. Es sind Studenten und Professoren, die sich ein Semester lang mit dem Thema „Kunst im öffentlichen Raum am Beispiel der Stadt Görlitz“ beschäftigt haben. Als Ergebnis werden zwanzig Projekt- ideen präsentiert. Drei davon werden bald im öffentlichen Stadtraum realisiert werden. 

Welche das sein werden? Das dürfen wir per Stimmzettel mit entscheiden. Es sind nicht wenige Arbeiten dabei, die wir sehr gut gelungen finden.
Am Samstagabend besuchten wir eine Vernissage des Kunstvereins Zittau. Das Künstlerpaar Heinz Ferbert und Erzsébet Fritz-Ferbert zeigten Monotypien, Prägungen, Schrift-Bilder und Raku-Keramik. Mit den einführenden Worten des jungen chinesischen Sprach- und Kalligraphie-Meisters Jian Tan (Ganzhou / Dresden) nahm der Abend eine unerwartet unterhaltsame Wendung. Er trug chinesische Gedichte vor und sang mit lauter Stimme klassische Lieder auf Deutsch und Chinesisch. Durch seine fröhliche Art schaffte er es sogar, das Vernissagen-Publikum zum Mitsingen zu animieren - unglaublich! Wir unterhielten uns sehr gut mit diesem vielseitig talentierten und interessierten chinesischen Master of Arts. Meine Frau hat ja ebenfalls ein Händchen für Kalligraphie seit sie sich in Japan unter meisterlicher Anleitung darin geübt hat.


Fotos: Johannes LeBong