Donnerstag, 5. November 2015

Exkursion nach Liberec

Nur knapp eine Autostunde von Görlitz entfernt liegt Liberec auf 400 Metern Seehöhe. Mit rund 100.000 Einwohnern ist es die wichtigste Stadt Nordböhmens. Schon zum Beginn des 20. Jahrhunderts war Liberec eine blühende Stadt und noch heute sieht man wunderschöne Prachtbauten als Zeugen des einstigen Reichtums.

Foto: Andrea LeBong

Um 1890 wurde das  Rathaus im Stil der Neo-Renaissance erbaut. Seine Ähnlichkeit mit dem Wiener Rathaus hat Liberec den Beinamen „Wien des Nordens“ eingebracht.

Foto: sklipekliberec.cz Abb. mit frdl. Erlaubnis von Miloš Kasal, Manager 'Radniční sklípek'

Der Rathauskeller dürfte übrigens eine der besten Adressen für eine bodenständige lokale Küche sein. Das Restaurant war erst kürzlich aufwändig restauriert worden und präsentiert sich dementsprechend appetitlich. Auch dieses Interieur erinnert mich entfernt an Wien, beispielsweise an das Café Central im Palais Ferstel.

Wir starteten unsere Tour jedoch nicht in Stadtmitte, sondern fuhren direkt zur 'Oblastní galerie v Liberci', der städtischen Galerie von Liberec, die heute im repräsentativen Gebäude des ehemaligen Stadtbades residiert. Man parkt dort übrigens kostenlos direkt vor dem Gebäude.


2014 wurde die architektonische Umgestaltung und Erweiterung des Altbaus preisgekrönt, wie man im tschechischen Architekturmagazin 'EARCH' nachlesen kann.

Foto: Petr Janžura, Abb. mit frdl. Genehmigung von Petr Janžura

Das Museum hat unsere Erwartungen übertroffen. Es ist größer und moderner  als gedacht und erstreckt sich über mehrere Etagen. Es würde Stunden und Tage dauern, wollte man die unzähligen Kunstwerke alle betrachten. Wir bewältigten die älteren Sammlungen im Schnelldurchgang und konzentrierten uns im Wesentlichen auf eine umfangreiche Ausstellung von modernem Design, wo interessante Entwürfe, industrielle Prototypen und kunsthandwerkliche Produkte von tschechischen Gestaltern gezeigt wurden. Sollten wir uns einmal wieder neu einrichten, könnten wir uns durchaus vorstellen, auch in dieser für uns originellen Richtung zu denken.


Nicht zuletzt die Abteilung mit zeitgenössischer Malerei und Objektkunst war erfreulich gut bestückt. Auch hier stießen wir auf Künstlernamen von denen wir im Westen noch nie gehört hatten.


Auf unserem Weg in die Innenstadt über die Masarykova-Straße, die streckenweise von prächtigen alten Villen gesäumt wird, nicht wenige davon in erbärmlichem Erhaltungszustand, entdeckten wir noch ein ganz süßes kleines Café-Restaurant. Es wird von jungen Leuten geführt und ist sehr zu empfehlen!



Mehr unter: mikynavkuchyni.com und facebook.com/mikynapoint 

Mit unserem ersten Besuch in Liberec ist das Thema für uns noch nicht erledigt. Wir kommen wieder. Meine Frau sogar, wie es der Zufall so will, schon in den nächsten Tagen.
Der Akademische Chor Zittau/Görlitz, in dem sie mitsingt, probt nämlich demnächst zusammen mit tschechischen Chören in Liberec für ein Konzert am 22. November in der St. Johanniskirche Zittau.










Poster: hszg.de, Fotos ohne besondere Kennzeichnung: Johannes LeBong