Sonntag, 1. November 2015

dresdenfrankfurtdancecompany.com

The Primate Trilogy im Festspielhaus Hellerau

"Jacopo Godani präsentierte in seiner Dresdenpremiere mit der Dresden Frankfurt Dance Company drei fundamentale Kreationen, deren Choreografie – abstrakt und voll reiner Ästhetik – zum eigentlichen Hauptausdrucksmittel wird..."

Mehr lesen im offiziellen Begleittext: hellerau.org/primatetrilogy


Um es gleich vorwegzunehmen: Meine beiden tanzverliebten Begleiterinnen fanden die gestrige Aufführung im Festspielhaus Hellerau uneingeschränkt gelungen, ich selbst kam diesmal über den Modus eines bloß interessierten Zuschauers nicht hinaus.

Je avantgardistischer eine Tanzperformance angelegt ist, umso schwieriger kann es sein, sie qualitativ einzuordnen. Nach meinem Eindruck ging es Jacopo Godani darum, die Grenzen der menschenmöglichen Mechanik des Tanzes auszuloten - die Figuren extrem schnell, oft ruckartig und mit viel Energie ausgeführt, die Szenen in betont hektischen Schnitten, wie sie heute auch im Film üblich sind.

Der krachende Soundtrack, dessen Regime die Figuren folgten, erinnerte mich stark an die Filmmusik von Sci-Fi-Streifen.

Im übertragenen Sinn kamen mir die Tänzer vor wie Musikinstrumente, auf denen erweiterte Spieltechniken exerziert werden, ohne dass eine Melodie oder Kompositionsregel erkennbar ist. Mir stand kein Orientierungspunkt zur Verfügung, um mich dem Stück vom Verständnis her zu nähern.
Dennoch war es ein schöner und interessanter Abend in Hellerau, den wir noch beim Gespräch über das Erlebte an der hauseigenen Bar ausklingen ließen. Dann ging es zurück auf die nächtliche Autobahn nach Görlitz, begleitet von heftigen Windböen und herbstlich bunten Blätterwirbeln im Scheinwerferlicht.

Fotos: Johannes LeBong