Sonntag, 27. September 2015

Ich denke oft an Potjomkin

... genauer, an ein Potemkinsches Dorf. Und das hat mit folgender Kuriosität zu tun: Geht man von der Görlitzer Altstadtbrücke hinüber nach Zgorzelec, wird man schon seit dem Jahr 2013 mit dieser hübschen Postkartenansicht konfrontiert:


Man blickt auf den Plac Pocztowy (dt. Postplatz). Auf den ersten Blick wirkt die Architektur wie gewachsen, es ist aber nur eine grob historisierende Kulisse, der die individuellen Schmuckelemente alter Vorbilder fehlen. Kommt man näher, schaut man in leere Fenster und findet die ganze Anlage unbelebt. Der erhobene Platz ist auch nicht zugänglich, alle Treppenstiege sind verrammelt. Vom Hörensagen weiß ich, das Grundstück gehört einem polnischen Investor mit griechischem Namen und der Platz sollte eigentlich gleich nach seiner Fertigstellung wieder ein Ort des öffentlichen Lebens sein. In die Häuser sollten zum Beispiel Cafés, Restaurants und Geschäfte einziehen. Auch der Einzug eines Hotels war zeitweise geplant.
Genau! Ich will da endlich mal in einem gemütlichen Straßencafé sitzen! Der Ausblick von dort auf die Görlitzer Altstadt-Kulisse muss einmalig schön sein.

Foto: Johannes LeBong