Sonntag, 19. Juli 2015

Günter Tiedeken + Henry Puchert Glocken für/des Alexander Block

Als wir die Einladung zur aktuellen Ausstellung des Oberlausitzer Kunstvereins Görlitz aus den Briefkasten zogen, zeigte schon der erste Blick auf die Drucksachen, dass wir dort zwei wirklich großartige Künstler aus dem Osten sehen würden. 

Und so war es dann auch. Speziell die frühen Gemälde von Günter Tiedeken übten auf uns einen magischen Reiz aus, weil sie eine Bedeutungsschwere vermitteln, die der heute marktbeherrschenden Kunst meistens abgeht. 

Vom Stil her erinnern sie uns an Werke des Informel. Meine Frau und ich waren uns sofort einig, dass ein Bild von Günter Tiedeken gut in unsere Sammlung passen würde.



Tatsächlich erwiesen sich beide Künstler als Intellektuelle, deren Hintergründe und Biografien uns fremd sind und die man sich erst einmal erschließen muss. Davon handelte die Rede des Kunsthistorikers Gert Claußnitzer, die allerdings durch ihre Länge und Ausführlichkeit fast schon einer Uni-Vorlesung glich. Ich fand den Vortrag zwar spannend, mühte mich sehr, konnte aber irgendwann der Informationsfülle nicht mehr folgen. Herr Claußnitzer wird mir dankenswerterweise eine Kopie des maschinengeschriebenen Redemanuskripts zuschicken.

Auch die musikalische Begleitung durch den Dresdner Cellisten Peter Koch war keineswegs nur die übliche beiläufige Pausenmusik, sondern hatte den Charakter eines veritablen Cello-Konzerts. Peter Koch spielte lange Strecken wild-exzessiv improvisierte Neue Musik, die mit der ausgestellten Kunst korrespondierte. Das war alles ganz wunderbar und interessant.  Gern wollen wir Kontakte weiter vertiefen, die sich bei einer privaten Einladung direkt nach der Ausstellung ergeben haben, wo wir auch mit Günter Tiedeken ins Gespräch kamen.

Der Zeichner, Zeichen-Setzer und Objekt-Arrangeur Henry Puchert kommt in meinem Bericht unverdientermaßen zu kurz, das hat aber nur etwas mit unserer Vorliebe für starke Malerei zu tun.
    Fotos: Johannes LeBong