Dienstag, 23. Juni 2015

Geschlossene Gesellschaft?

Man fragt sich: Können sie es beim 'Görlitzer Kulturservice' nicht besser, oder bleibt man lieber unter sich? Zunächst die gute Nachricht: 2016 sollen unter dem Arbeitstitel „Görlitzer ART“ mehrere Skulpturen den öffentlichen Raum von Görlitz verschönern. Tolle Sache eigentlich, andere Städte wären stolz auf so eine Attraktion und man würde die BürgerInnen von Anfang an mitnehmen.

„Görlitzer ART“ ist ein Vorzeige-Projekt der Kunstakademie Wrocław. Die polnische Stadt Breslau wird 2016 europäische Kulturhauptstadt.


Zur ersten öffentlichen Präsentation der Entwürfe für den Stadtraum von Görlitz wurde eine Rundmail vom Kulturservice verschickt, worin es hieß, die Eröffnung sei heute um 14 Uhr im Barockhaus-Museum und man würde dort die Künstler antreffen. Vorher, oder aus anderen Medien, war uns über die ganze Geschichte nichts bekannt. Wir dachten, das Projekt wird nun publikumswirksam kommuniziert und die beteiligten Künstler nutzen die Gelegenheit, ihr jeweiliges Konzept der Bürgerschaft näher zu bringen. Unsere Vorfreude wurde aber enttäuscht.

Zur angegebenen Zeit hatten sich Offizielle und Künstler nämlich bereits verkrümelt, das Büfett war abgefrühstückt, der Sekt ausgetrunken, der Raum menschenleer. Man hielt es anscheinend für unnötig, die Besucher zu begrüßen, oder eine Einführung zu den komplexen Arbeiten zu geben. Hatte man gar nicht mit dem Interesse der BürgerInnen gerechnet? Sollen sie überhaupt mit einbezogen werden? Kurze Zeit später kamen noch zwei Bekannte von uns und ein Reporter des MDR hinzu - ebenso perplex wie wir.