Donnerstag, 14. Mai 2015

Nachtrag zur Vernissage im Dom Kultury

Von der Künstlerin Elżbieta Suchcicka hatten wir schon einmal im Februar 2104 sehr poetische Arbeiten bei der Ausstellung 'Frost' gesehen, die uns extrem gut gefallen haben. Sie entwickelte eine Technik, nasse Wasserfarben auf Papier im Winterfrost ausfrieren zu lassen. Auf diese Weise läßt sie immer neue bezaubernde kristalline Eisblumenmuster entstehen, die dann von selbst beim Trocknen fixiert werden. So macht sie physikalische Naturphänomene zur Komplizin ihrer Malerei. Wie sie mir erzählte, hat sie zehn Jahre für diese tollen Ergebnisse gebraucht.

In der aktuellen Ausstellung breitet sie einen riesigen künstlichen Wasserfall aus fein gewebten Stoffbahnen in der hohen Halle aus. Am Beginn erscheint er im Oberlicht hell grünlich und klar, verfärbt sich aber im Verlauf übers bläuliche, bis seine Farbe am Ende verschmutzt wirkt und dem Ursprung immer fremder wird. Die Künstlerin zieht hierbei eine Parallele zum Leben.

Den Boden vor der Rauminstallation bedeckt ein Bilderteppich mit Frostbildern von Elżbieta Suchcicka, diesmal mosaikartig zusammengesetzt aus zahlreichen kleinformatigen Arbeiten.

Die folgende Aufnahme zeigt eine Spiegelung in einem Wandobjekt der jungen Künstlerin Ewa Zuchnik. Das optisch effektvoll gestaltete Objekt aus Emaille und Plexiglas, das zunächst an eine überdimensionale bemalte Schüssel denken lässt, hat uns bei näherer Betrachtung ebenfalls fasziniert.


Fotos: Johannes LeBong, Abb. mit freundlicher Erlaubnis der Künstlerinnen