Samstag, 27. September 2014

Professional Direct Drive Turntable

Wie definiert man diesen Begriff heute, wo es die traditionellen Hersteller von Studiolaufwerken, wie Thorens, EMT, Garrard und so weiter nicht mehr gibt? Und wer baut heute noch bezahlbare Direktantriebe? Da muss man sich schon bei den Distributoren für Veranstaltungstechnik, DJ-Zubehör und Recording umsehen. Dort dominieren die Nachbauten des legendären Technics SL1200 Direkttrieblers, der von 1972 bis 2010 produziert wurde, das Angebot. Solche Technics Clones sehen auf den ersten Blick alle verdammt ähnlich aus, sind es aber nicht. Ich musste Unmengen von Daten im Internet abgleichen, Testberichte lesen und Konstruktionsdetails unterscheiden lernen, bis ich so etwas wie einen 'Best-Buy' unter diesen Clones für mich identifiziert hatte. Außerdem musste ich mich über eigene und fremde Vorurteile hinwegsetzen, denn es ist kein Geheimnis, dass solche Geräte in audiophilen Kreisen völlig verpönt sind. Das sitzt tief. Anstatt sich im Profiregal zu bedienen und einen reellen Gegenwert zu erhalten, gibt man lieber Unsummen für technisch gar nicht mal so tolle, aber prestigeträchtig positionierte Geräte aus. Alternativ kümmert man sich hingebungsvoll um Pflegefälle der oben genannten verblichenen Hersteller und sieht diesen manche Schwäche nach, was ich selbst ja auch lange genug gemacht habe. 



Zu meinen neuen Setup passt der 'SL1300 Mk VI Turntable' der NoName-Marke 'DJ-Tech' sehr gut. Das Warten auf den neuen Onkyo CP 1050 hat sich damit wohl erledigt. Nach der Enttäuschung mit dem vermeintlich gleichwertigen Reloop bin ich jetzt wirklich zufrieden mit dem gesamten Qualitätseindruck, dem gleichmäßig ruhigen Lauf und dem Klang. Die rundliche Form des massiven Gehäuses, das weitgehend aus Kunststoff gemacht ist, erscheint auch mir noch gewöhnungsbedürftig. Man könnte sich aber ernsthaft fragen, warum man einen klassischen Thorens TD124 oder einen Garrard 301 als 'schöner' empfindet.