Montag, 12. Mai 2014

Le Sacre du Printemps

Unter dem Namen 'Sorbisches National-Ensemble' hätte ich mir vielleicht auch eine Folkloregruppe vorstellen können. Doch weit gefehlt, dieses sorbische Musiktheater kommt ziemlich modern daher. Im GHT-Görlitz sahen wir mit 'Metamorphosen der Liebe' und 'Sacre du printemps' zwei Stücke, die uns begeistert haben. Wir können der sorbischen Tanzcompagnie nur ein Kompliment machen. Die Vorstellung war leider nur schwach besucht - für uns völlig unverständlich.



Zu der zeitgenössischen Komposition von Detlef Kobjela, die neu und interessant für uns war,  spürten die TänzerInnen im ersten Part in verschiedenen, teils radikalen Figuren dem nach, was Liebe aus uns machen kann: glückselige oder verzweifelte Menschen.

Nach der Pause, bei Igor Strawinskys Avantgarde-Klassiker 'Sacre du Printemps', zogen uns gleich die ersten Takte von Musik und Tanz total in den Bann. In der Choreografie von Mia Facchinelli-Šiška steht das bekannte Sacre-Ritual für das Opfern moralischer und ethischer Werte einer zivilisierten Menschheit. Ritus, Rausch und Ekstase - in einer wunderbar gelungen Umsetzung mit eindrücklichen Bildern. Einige Szenen stellten nach unserer Auffassung den Stereotyp des Massenmenschen von heute bloß.



Fotos: Matthias Hultsch, mit freundlicher Genehmigung des Sorbischen National-Ensembles

Im Oktober ist eine weitere Sacre-Inszenierung von Sasha Waltz in Berlin zu sehen. Es wäre bestimmt reizvoll, da hin zu fahren. Berlin ist uns ja jetzt auf der Landkarte näher gerückt.