Dienstag, 29. April 2014

"Contemporary Fuck"

Man könnt meinen, die Zyniker unter den Künstlern nehmen immer mehr zu. Andererseits sind manche Phänomene unserer modernen Lebenswelt auch nur noch mit schwarzem Humor zu ertragen.



Der Dresdner Künstler und Meisterschüler der Akademie Matti Schulz tat dies auf seine Weise, mit Bildern und Skulpturen bei seiner ersten Ausstellung in der Städtischen Galerie in der Brüderstraße. Man sah eine kotzende Katzenskulptur aus Aluminiumguss, die bleiche Wachsfigur einer durchtrainierten Greisin in mädchenhafter Kleidung - beide etwa lebensgroß - und Gemälde, auf denen Titten-Tsunamis schwere Verwüstungen in fiktiven Landschaften anrichten, etc. Insgesamt hat uns die künstlerische Gesellschaftskritik gut gefallen und wir fanden sie ganz witzig.


Mit der jungen Kunst änderte sich auch schlagartig das Vernissagen-Publikum in der kleinen Galerie. Geht es sonst um Retrospektiven-Ost, alte Radierungen, Fotos von historischen Bauten oder ähnliches, liegt der gefühlte Altersdurchschnitt bei 70+. Diesmal war auch das Publikum jung. Schön, dass es mit dieser Ausstellungsreihe zeitgenössischer Kunst noch weitergeht. Es sollen nämlich noch weitere MeisterschülerInnen der Kunstakademie Dresden folgen. Wir werden aber auch selbst im Sommer anlässlich der Präsentation der Abschluss-Arbeiten nach Dresden fahren.